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1. Was verstehst du unter Glück?

Eine komplexe Frage, die ich auf die Schnelle gar nicht beantworten kann. Glück hat für mich viele Facetten. Noch vor einigen Jahren hätte ich geantwortet: Glück ist, wenn ich morgens aufwache und mich gut fühle. Glück  ist, wenn Dinge gelingen. Glück ist, wenn ich in harmonischen Beziehungen lebe. Nach einem Bruch in meinem Leben merkte ich allerdings, das reicht nicht. Ich wachte morgens auf, und fühlte mich kaum in der Lage, dem neuen Tag zu begegnen. Ich war täglich mit meinem eigenen Scheitern konfrontiert. Und ich mußte Beziehungen hergeben, weil sie mein Leben entmutigten.
Und gerade in diesem Bruch merkte ich, dass ich das Glück meines Lebens auf das falsche Fundament gesetzt hatte: meine eigene Leistung, Menschen und materielle Dinge gaben mir Sicherheit und den Eindruck, glücklich zu sein.  Was Paulus erlebt hatte, wurde plötzlich meine Realität: Ich lernte das Geheimnis kennen, nichts mehr in der Hand zu haben, und alles von Gott zu bekommen (Philipper 4,11 ff) Und ich lernte, dass widrige Lebensumstände kein Hindernis für Gott sind, mir Lebensglück zu schenken. Ich lernte Gott als meinen Vater kennen, der unglaublich daran interessiert ist, dass ich ein glückliches und sinnerfülltes Leben führe! Wenn Gott auf meiner Seite ist, dann kann ich dankbar sein, für alles, was er mir gibt oder auch für das, was er weglässt. Dann sehe ich mein Leben nicht als Momentaufnahme, sondern als Weg zum Lebensglück.
Heute lebe ich meine Glücksmomente sehr intensiv. Ich versuche jeden Tag zu genießen von der ersten Tasse Kaffee bis zum Gute-Nacht-Kuss meines Mannes, in dem Wissen: Es ist nicht selbstverständlich und jeder Glücksmoment ist so schnell vorbei, wie er gekommen ist.
An manchen Tagen ist Glück für mich, wenn Menschen mein Beratungsbüro verlassen und in ihrem Leben einen Schritt weiter sind, als davor! Oder wenn ich im Nachhinein merke: Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Oder es gelingt mir, mitten im Streß des Alltags fünf Minuten an mein Klavier zu sitzen und ein Lied zu singen. Atempausen für meine Seele – das ist Glück.  Hinter diesen Glücksmomenten steht mein Vater im Himmel, der unverändert derselbe bleibt, der sich mir in Liebe zuwendet, der interessiert ist an mir und meinem Leben
2. Kann man etwas dafür tun, um glücklich zu leben? Wenn ja, was?

Glück ist für mich zum einen diese tiefe Zufriedenheit, die nicht davon abhängig ist, ob Dinge in meinem Leben gut oder schlecht laufen, ob Menschen mich mögen oder nicht. Glück ist dabei aber auch die Summe vieler kleiner Glücksmomente im Alltag. Ich habe mir angewöhnt, diese Glücksmomente bewusst zu genießen: den Sonnenuntergang, die Blume am Wegrand, wunderbare Momente mit meinen Töchtern. Solche Momente schreibe ich mir auf und erinnere mich daran. Das habe ich mir vom Volk Israel abgeschaut. Obwohl das Volk so viel Gutes, Glücksmomente und Wunder erlebte, starrte es ständig auf das, was nicht gelang, auf den Mangel und die Defizite. Gott gebietet seinem Volk deshalb immer und immer wieder: Erinnert euch an das Gute! Werdet nicht Opfer Eurer Umstände. Ändert euer Denken und seht auf mich! Daher würde ich die Frage so beantworten: Man muß sogar etwas dafür tun, um glücklich zu leben! Das Glück fällt mir nicht einfach zu. Im Alten Testament ist Glück oft die Folge eines Lebens im Gehorsam gegen Gott. Sprüche 16,20: „Wer auf das Wort merkt, der findet Glück!“

 


3. Was rätst du Menschen, die zu dir in die Beratung kommen und über bestimmte Lebensumstände unglücklich sind?

Zunächst versuche ich herauszuhören, welche Umstände dazu geführt haben, dass ein Mensch unglücklich ist. Und da gibt es viele.
Jemand kommt zum Beispiel in die Beratung und klagt über seinen schlechten Job. Alle anderen in seiner Umgebung haben es besser, verdienen mehr und haben die tolleren Chefs. Im Laufe der Gespräche arbeiten wir dann daran, dass wir Menschen im Vergleichen mit anderen immer nur verlieren. Das Vergleichen ist eine der Hauptgründe dafür, ob wir uns glücklich oder unglücklich fühlen. Dabei vergleichen wir uns entweder mit Menschen, denen es deutlich besser geht, die mit dem besseren Einkommen, der schickeren Wohnung, und dem tolleren Urlaub. Um allerdings dann eine Dauerdepression zu vermeiden orientieren wir uns auch gerne nach unten. Kranke vergleichen sich oft mit Menschen, denen es noch schlechter geht.
Der Dirigent Karl Böhm sagte einmal: „Glück ist wie ein Maßanzug. Unglücklich sind meistens die, die den Maßanzug eines anderen tragen wollen.“
Wenn wir andere beneiden und diesen etwas nicht gönnen, dann machen wir deren Glück zu unserem Unglück. Wir leiden und zerstören unsere Zufriedenheit. Hier helfe ich in der Beratung zu einem Blickwechsel – weg von dem, was nicht ist, zu dem, was schon da ist. Ich versuche herauszufinden, was einem Menschen schon alles geglückt ist, wo die Stärken liegen und was diese Person einzigartig macht. Wenn wir diese Perspektive einnehmen, erlebe ich oft, wie sich das Gesicht eines Menschen verändert, die Augen zu strahlen beginnen und die ganze Körperhaltung entspannter wirkt.


4. Wie gehst du mit "Unglück" um, das dich trifft bzw. getroffen hat?

Dann gibt es Lebensumstände, die man sich nicht ausgesucht hat, die auch nicht durch Vergleichen oder Undankbarkeit entstanden sind. Durchkreuzte Lebenspläne. Das habe ich selbst erlebt. Durchkreuzte Pläne fühlen sich hilflos an, machen mutlos. Von Glück keine Spur, nicht einmal Glücksmomente. In solchen Momenten bleiben Lobpreislieder im Hals stecken. Mir selbst hat es geholfen, solche Situationen realistisch zu betrachten, dabei aber nicht im Hier und Jetzt stehen zu bleiben. Ich weiß, es kommen auch wieder andere Zeiten. Lebensglück gibt es nicht umsonst, das fällt einem nicht in den Schoß. Biografisch entwickeltes Lebensglück wächst aus der Annahme unterschiedlicher, schwieriger Lebensumstände.
Zwei Dinge haben mir in meiner Zerbruchsituation geholfen.
Zum einen die Weigerung, bitter zu werden. Und zum anderen die Weigerung, mich selbst als Opfer zu sehen. Ich wußte, wenn ich eines von Beiden zulasse, habe ich verloren. Dann lande ich auf einer Abwärtsspirale und kann nur verlieren. Durchkreuzte Pläne – weil das Leben ist wie es ist. Es gibt kein Leben, das von einem Glücksmoment zum nächsten segelt. Im Leben gibt es nun mal nicht nur oben, sondern ganz viel unten, nicht nur Berge, sondern Täler. Hiob sagt deshalb treffend: Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Lebensglück und tiefe Zufriedenheit finde ich im Leben von Menschen, die verstehen, dass das Leben so ist. Die sich aussöhnen mit den Tälern und die Berge genießen. Die sich in schlechten Zeiten an das Gute erinnern.
 
 
 
 
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