Burnoutphasen
Burnoutphasen und Phasen des Erschöpfungssyndroms
1. Phase Burnout: Idealistische Begeisterung, hohes Angagement/ Motivation
Idealismus sowie hohe Erwartungen an sich selbst und/oder Kollegen. Der Betroffene erwartet zu viel von sich und/oder anderen. Während dieser anfänglichen Begeisterung spielt der Beruf oder auch manchmal private Ziele – Hobbys, Sport, die Hauptrolle im Leben.
Ich beschreibe oft während meiner Vorträge und Seminare:
Die Autobahn in ein Burnout Syndrom kann sein, Sie möchten unbedingt ihre Wertvorstellungen, ihre Ideale und vielerlei Ziele in ihrem Umfeld, vor allem beruflich
durchsetzen. Sie tanzen auf mehreren Bühnen gleichzeitig und verfolgen viele
Ziele mit gleich hoher Intensität!
Hier gibt es schon manchmal erste Symptome, wie Schlafstörungen, Schmerzen, Infekte,
Muskelverspannungen, chronische Nacken/Schulterschmerzen oder ähnliches.
Trotzdem wird der Organismus kaum geschont.
Möglich das viele Menschen sich dauernd in dieser Phase befinden oder zwischen dieser
und der kommenden 2. Phase schwimmen.
2. Phase Burnout: Stillstand
In der zweiten Phase kommt es zu einem schleichendem Nachlassen der Leistungsfähigkeiten (Stagnation), meist wird noch immer die Arbeit oder Tätigkeiten erledigt, jedoch nicht mehr mit der anfänglichen Begeisterung und idealistischen Sichtweise
3. Phase Burnout: Frustration
Laut Therapeuten folgt dieser Stagnation der zweiten Phase der Burnout Entstehung, eine Art Frustration, innerer Ärger wie auch entstehender Zynismus.Dem Burnoutbetroffenen stellt sich oft die Frage nach dem Wert seiner Arbeit und Tätigkeiten. Schwierigkeiten in der Arbeit stellen sich nun nicht nur als unbefriedigend dar sondern erscheinen als Bedrohung für den kompletten Sinn der Betätigung ( Gefühl von Ohnmacht, nichts tun können, Ausgeliefertsein ).
In dieser Phase können emotionelle, physische und auf das direkte soziale Umfeld wirkende Probleme auftreten, die erheblich die Lebensqualität einschränken können.
4. Phase Burnout: Apathie
Apathie stellt einen weiteren Regulierungsversuch des Körpers dar. Apathie bedeutet Teilnahmslosigkeit,oft nochmals verstärkter Rückzug. Apathische Menschen wollen sich immer mehr schützen, gegenüber allen belastenden Reizen. Wird der Betroffene in der Arbeit oder bei seiner Tätigkeit, unablässig oder sehr häufig frustriert, ohne eine Möglichkeit zu haben die Stelle zu wechseln, die Arbeit sich sozusagen als überlebensnotwendig darstellt, tritt dieser Abwehrmechanismus in Erscheinung. Apathie bedeutet nur noch Dienst nach Vorschrift zu leisten und den möglichst geringsten zeitlichen Aufwand zu investieren. Wobei in anderen Burnoutbeschreibungen diese Phase oft mit schwersten Erschöpfungszuständen (vegetatives Eschöpfungssyndrom)beschrieben wird. Keine Arbeitstätigkeit mehr möglich, lange Phasen einer Krankschreibung ( Krankschreibung durch Burnout ), vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben und chronifizierte, psychische, wie körperliche Beschwerden.
WICHTIG:
Falls es ihnen jetzt eng wird in der Brust bzw. Sie sich direkt angesprochen fühlen:
Nicht nur ich selbst sondern unzählige Betroffene die ich persönlich gesprochen habe,
erholten sich auch von dieser Phase - auch wenn Sie es jetzt durch ihren hohen und
sehr verständlichen Leidensdruck nicht glauben können - es ist auch ihnen möglich!
5. Phase: Erholung, Therapie des Burnout/ des Erschöpfungssyndroms
Als fünfte Phase kann man die Phase der Gesundung sehen. Gemeint wird damit alles was man Positives (Therapie, Stressmanagement, usw...) unternehmen kann. Die fünfte Phase ist die Burnout-Regulierung oder Burnout Therapie.
Meiner Meinung nach ist es wichtig bei allen Erschöpfungsphasen die der Betroffene bemerkt, sich baldmöglichst um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern und sich verschiedene Methoden und auch neue Sicht/Denkweisen aneignet.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es sehr effektiv ist auf mehrere, unterschiedliche Stressmanagement Werkzeuge zurückgreifen zu können.
Der rechtzeitige Gang zu einem erfahrenen Therapeuten wie evtl. auch Facharzt, ist
wichtig. Bei fortschreitender Verschlechterung des Allgemeinzustandes sind verschiedene
Therapieebenen sinnvoll:
Neue Sicht/ Denkweisen lernen ( Gesprächstherapie,...)
Entspannungskonzepte
Angemessenes Fitnesstraining und Bewegung an frischer Luft
Gesunde Ernährung
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